Nach Amoklauf in Halle: Wir sollten nicht über Killerspiele reden, sondern über etwas ganz anderes

Nach Amoklauf in Halle: Wir sollten nicht über Killerspiele reden, sondern über etwas ganz anderes
Quelle vollständig Lesen

Am Mittwoch hat in Halle an der Saale ein 27-jähriger Mann zwei Menschen erschossen, außerdem versuchte der Täter mit Hilfe selbstgebastelter Sprengsätze und Waffengewalt in eine Synagoge zu gelangen. Und seitdem debattiert das ganze Land: Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Was muss noch passieren, damit endlich der Letzte kapiert: Deutschland hat ein Problem mit Rechtsextremismus?

Nun sind die Tage nach einem Amoklauf, nach einem Anschlag selten dafür bekannt, dass an ihnen rationale, ausgewogene Debatten geführt werden. Und auch die Talkshows der Öffentlich-Rechtlichen sind hierbei selten eine Ausnahme. Statt über Lösungen zu debattieren, ging es am Donnerstagabend bei „Maybrit Illner“ 23 Minuten nach Sendungsbeginn um Videospiele.

Angestoßen wurde der Punkt von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Er griff beherzt in die Mottenkiste der Politiker-Floskeln und sagte:  „Ich stelle mir die Frage, ob der Attentäter überhaupt noch in der Lage gewesen ist, in seinem isolierten Dasein zu unterscheiden zwischen einer virtuellen Wirklichkeit und einer realen Wirklichkeit, zwischen dem was in seinen Computerspielen dort abgeschossen wird und dem, was er wirklich als Mensch abgeschossen hat.“

Die Festnahme des Täters ist kaum 24 Stunden her, da werden Videospiele schon wieder als möglicher Grund für eine Menschenjagd herangezogen.

Gamification des Alltags

Zunächst einmal zu den Fakten. Der Täter Stephan